In die Weite - Führungen im Kunstmuseum Kolumba für Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen

 

[© Bild: Young-Jae Lee: Vase, 1990, Kolumba - Kunstmuseum]

In die Weite - Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland. Eine historisch-ästhetische Annäherung (Jahresausstellung 2021/22)

Eine Kooperation von MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln und Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln, im Rahmen des Festjahres »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«.


Im größten Ausstellungsraum dominiert neben einer etwa hundert Jahre alten begehbaren Laubhütte aus der Synagoge in Rottenburg eine beigefarbene Tonvase der koreanischen Künstlerin Young-Jae Lee. Das Gefäß ist in der Keramikmanufaktur auf der legendären Margarethenhöhe in Essen entstanden. Die nahezu makellose Form wird "belästigt" durch rußig-dunkle Spuren, die an Feuer, Brand, Ruß erinnern. Das Tongefäß wurde in einem Gasofen gebrannt, die Glasur farblich bearbeitet. 

Im Jahr 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Gesetz, das es den Städten (hier Köln) erlaubt, auch Juden in den Rat zu berufen. Dies gilt als die früheste schriftliche Quelle zur Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen. Zeugnise ihres Lebens sind nun durch die glückliche Kooperation mit dem gerade entstehenden jüdischen Museum in Köln wichtiger Teil der neuen Ausstellung "In die Weite". Dabei werden die oftmals faktischen, materiellen Aspekte jüdischen Lebens um eine "existentielle und emotionale Erfahrung" bereichert. Die Sammlung des Kolumba hält dergleichen schon seit der "symbolischen Grundsteinlegung" des Museums bereit, als die großartige Skulptur "Die Untergegangenen und die Geretteten" von Richard Serra in der Sakristei der ehemaligen Pfarrkirche St. Kolumba aufgestellt wurde.
Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, die vor Augen führen, dass dieses intensiv christliche "Kunstmuseums des Erzbistums Köln" durch die intensive Begegnung mit Zeugnissen jüdischen Lebens erstmals ganz zu sich selbst zu finden scheint. - (de)mentia+art freut sich umso mehr, auch wieder für Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen einen Besuch anbieten zu können.

Termine, Anmeldung und weitere Infos: Jochen Schmauck-Langer :: schmauck.langer(at)live.de :: 0157 88345881




KOLUMBA - KUNSTMUSEUM DES ERZBISTUMS

Das Kunstmuseum des Erzbistums ist für viele Besucher*innen das schönste aber auch eigenwilligste Museum der Stadt. 2013 wurde es zum Museum des Jahres gewählt. Bemerkenswert sei eine "hervorragende Architektur" sowie eine "qualitätvolle Sammlung". Das Museum besitzt Kunstwerke von der Spätantike bis zur Gegenwart, die im jährlichen Wechsel präsentiert werden.

In Kooperation mit (de)mentia+art finden auch Führungen für Menschen mit kognitiven (Demenz) oder psychischen Einschränkungen statt. Die Führungen berücksichtigen die Ressourcen der Besucher*innen und bieten ein lebendiges sinnliches Erleben, das die Möglichkeit einschließt, an noch vorhandene Erinnerungen anzuknüpfen. Wir machen das ohne kunsthistorische Voraussetzungen, nur auf der Basis dessen, was für alle zu sehen und zu erkennen ist. Eigene Empfindungen und Wahrnehmungen sind sehr erwünscht.



Informationen zu den Führungen für Menschen mit Demenz oder mit psychischen Beeinträchtigungen

Zur Website des Kolumba - Kunstmuseum des Erzbistums Köln: H i e r
Hinweise zur Barrierefreiheit: H i e r
Hinweise zur Anfahrt: H i e r

Anmeldung und Beratung
Montags bis donnerstags 9 bis 12 / 14 bis 16 Uhr
Telefon 0221 93 31 93-32 :: per Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Gruppenstärke: bis zu 8 Menschen mit Demenz plus jeweils eine Begleitperson
Dauer: insgesamt etwa 90 Minuten
Kosten: Führungspauschale (einschließlich Eintritt) je Gruppe: 75 Euro
Jeder Besucher erhält zur Orientierung einen aktuellen Kurzführer. Fotografieren im Museum ist erlaubt, allerdings ohne Stativ und Blitz.

Ablauf (für Menschen mit Demenz)

Der Museumsbesuch soll für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Wegbegleiter ohne Hektik und Stress beginnen. Nach der Ankunft im Kolumba bieten wir bei einer Tasse Kaffee und Gebäck im Lesezimmer die Möglichkeit zu einem langsamen Warmwerden in der ungewohnten Umgebung. Dabei stellt sich ihnen auch ihr Museumsführer persönlich vor. Die anschließende Teilhabe-orientierte Führung dauert etwa 60 Minuten. Sie stellt einige besonders anschauliche Objekte und Kunstwerke in den Vordergrund.

Einen kleinen Leitfaden für Museumsbesuche mit Menschen mit Demenz finden Sie: H i e r


ÄLTERE AUSSTELLUNGEN


Foto: Kolumba | Michael Buthe: Die Heiligen Drei Könige

Aufbrüche - ein Spaziergang durch die neue Jahresausstellung des Kunstmuseums Kolumba (2019/2020)

Auch in der neuen Jahresausstellung des Kölner Kolumba Kunstmuseum haben wir einige Highlights ausgewählt. Erstmals mit dabei ist ein Gang durch die Ausgrabungen zum großartigen Lichtmauerwerk von Kolumba. Wir sehen eine eigenwillige Interpretation der Geschichte von den Heiligen Drei Königen und eine Auswahl von unverwüstlichem alten Kücheninventar aus der ‚guten alten Zeit‘. Und was meinen Sie: Kann eine 400 Jahre alte Skulptur, die im Krieg in 70 Teile zerborsten ist, wieder in unvergleichlich lebendig sein? Die Ausstellung gibt eine überzeugende Antwort darauf.
Zu Beginn bietet das Kolumba zum Ankommen im stimmungsvollen Lesezimmer des Museums eine Tasse Kaffee und etwas Gebäck an.




(Bild Peyrat_Kolumba)

Aktuelle Führung zur Jahresausstellung 2018/19)

Pas de Deux

Viele menschliche Gesichter – aber zu wem gehört der Hund? Wohin ist der Besitzer von Hut und Mantel entschwunden, die vor der goldenen Wand hängengeblieben sind? Und was macht ein Elefant mit 2000 Jahre alten Gefäßen in einem Töpfermarkt? Eigenwillige Bilder und Objekte, die wir ohne kunsthistorische Voraussetzungen entdecken, nur auf der Basis dessen, was für alle zu sehen und zu erkennen ist. Eigene Empfindungen und Wahrnehmungen sind sehr erwünscht! Mit einer Tasse Kaffee und etwas Gebäck zu Beginn.


 


Über das Individuum
(Jahresausstellung 2016/17)

Was macht den Menschen aus, was die Person, was das Individuum? Auf unserem Gang durch die Ausstellung begegnen wir, ohne kunsthistorische Voraussetzungen, nur auf der Basis dessen, was für alle zu sehen und zu erkennen ist, dem reinen Familienglück ebenso wie den Fragen eines jungen Mannes, der hinaus in die Welt will. Eigene Empfindungen und Wahrnehmungen sind sehr erwünscht. Eine Führung mit musikalischen Akzenten und einer Tasse Kaffee und Gebäck zum Empfang!

 


 

Der Rote Faden (2015/16)

Es geht um Erzählen, um Lebensgeschichten, wie sie sich in anrührenden Bildern und Skulpturen verfestigen - und darum, diese Geschichten gemeinsam aufzuspüren. Auf unserer kleinen Wanderung zu den Höhepunkten der Jahresausstellung "Der rote Faden" werden wir - höchst aktuell - aufgefordert zu teilen: wir sehen Martin auf seinem Pferd, Elisabeth von Thüringen mit einem Bettler, eine Versammlung hartherziger Kleriker, die einen Hungernden fernhält vom Festmahl. Eine Führung mit musikalischen Akzenten und einer schönen Tasse Kaffee und Gebäck zum Empfang!

 


 

playing by heart (2014/15)

zeigen verhüllen verbergen (2013/14)

Art is liturgy - Paul Thek (2012/13)

 


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